Über mich

Seit geraumer Zeit wäge ich das Für und Wider eines Blogs für mich ab. Dass mein Blog mit Büchern zu tun haben würde, stand dagegen fest. Die liebe Zeit, die ich durch das Blog zusätzlich im Internet verbringen würde, sprach dagegen. Andererseits macht man sich durch so ein kleines Projekt auch selbst ein bisschen Druck, je nach Ambition. Man will seine potentiellen Leser ja nicht enttäuschen. Und so soll mein Blog mich auch ein bisschen dazu zwingen, das Notebook lieber einmal zugeklappt zu lassen und dafür noch öfter Bücher aufzuklappen.

Ich liebe Bücher und lese sehr gerne, von daher wird es mir hoffentlich nicht schwer fallen, das ein oder andere Buch vorzustellen. Da ich momentan noch studiere, wird es aber sicher Dürreperioden geben, in denen sich hier nicht so viel tun wird.
Die letzte Zeit habe ich mich viel mit mittel- und osteuropäischer Literatur beschäftigt.

Der eigentliche Grund, mich in die Welt der Blogger zu begeben, ist aber die Leidenschaft zu Büchern mit Gleichgesinnten zu teilen, sich auszutauschen, Anregungen zu holen und zu geben.
Dieser Text und das gesamte Blog sind mit heißer Nadel gestrickt und können und werden sich in absehbarer Zeit sicher verändern und erweitern. Kritik und Anregungen sind natürlich erwünscht. (Januar 2011)

Mittlerweile ist genügend Zeit vergangen, um die im Januar 2011 gesetzten Erwartungen und seither gemachten Erfahrungen mit etwas Abstand zu bewerten.
Zwingt mich das Blog, das Notebook lieber einmal zugeklappt zu lassen und stattdessen zu lesen? Nein, wenn darüber gebloggt wird, dann auf keinen Fall. Ein ausführlicher Artikel macht viel Arbeit und wird (zumindest bei mir) am Laptop geschrieben. Das stichpunktartige Protokollieren während des Lesens und das Reflektieren danach vertieft oft die Auseinandersetzung mit einem Werk, was schön ist. Diese Gedanken festzuhalten und später wieder zu lesen, konserviert den Eindruck auf längere Zeit.

Wie sieht es mit dem oben genannten „eigentlichen Grund“ fürs Bloggen aus, dem Austausch? Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Erst einmal mussten das eigene Tempo gefunden, der eigene Platz verortet und die Ansprüche an sich definiert werden. Während dieser Anfangsphase musste sich alles einpendeln und hier hielt ich mich mit Kritik eher zurück. Von daher lässt sich der anfängliche Austausch nicht wirklich bewerten. Richtigem Ärger bin ich mit wenigen, unrühmlichen Ausnahmen aus dem Weg gegangen. Aber auch hier ging es um singuläre Kommentare, denen sich keine Diskussion anschloss.

Damit komme ich auch schon zu einem Kritikpunkt, der mich in letzter Zeit mehr und mehr stört. Anschlussdiskussionen an Kommentare sind sehr selten. Sie erfordern Zeit, die viele nicht zu haben vorgeben. Stattdessen liest man oft ein sinngemäßes „Danke für den anregenden Kommentar“. Das will ich nicht pauschal verurteilen, denn selbst handhabe ich das manchmal aus verschiedensten Gründen ebenso. Ärgerlich empfinde ich es allerdings, wenn ein längerer Kommentar mit keiner Replik bedacht wird, zur selben Zeit aber viele andere Kommentare beantwortet werden. Das wirft schon die Frage nach dem „Warum?“ auf und lässt mich die Lust am weiteren Kommentieren verlieren. Aber vielleicht war das die Absicht dahinter. Da es zu viele mögliche und banale Erklärungen geben könnte, will ich das aber auch nicht überbewerten.

Ein weiterer Punkt zielt in die gleiche Richtung, der Umgang mit vermeintlicher Kritik. Vermeintlich, weil es sich oft um simple Nach- oder Verständnisfragen handelt. Die Schwelle dessen, was als Kritik oder gar als persönlicher Angriff empfunden wird, ist in manchen Kreisen schon sehr, sehr niedrig angesetzt. Die Bereitschaft auf Klärung von Differenzen leider nicht so verbreitet.

Das soll nicht über die schönen Momente und wirklichen Dialoge mit einer Handvoll an sehr geschätzten Bloggerinnen & Bloggern hinwegtäuschen. Alles in allem stelle ich mir aber immer öfter die Frage, ob sich die vielen Gedanken um alles das, was mit dem Bloggen zusammenhängt, in dieser Form noch für mich lohnen. Eine Frage, auf die ich noch keine abschließende Antwort gefunden habe, die ich aber vorerst mit einer weniger intensiven, aktiven Auseinandersetzung mit Blogs für mich beantworte.
(September 2012)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s