Seitengeschnetzeltes oder Seitenschnipselsalat

Creative Commons Lizenz, © The Opte Project
Der Weltraum – unendliche Weiten. Diesen Satz (oder sind es zwei Sätze?) hat wahrscheinlich jeder schon mal gehört. Mittlerweile könnte man den „Weltraum“ ebenso mit „Internet“ ersetzen. Das obige Bild ist Teil einer „Karte“ des Internets aus dem Jahr 2005 und erinnert mich in seiner Visualisierung an eine Galaxie, feinverzweigtes Wurzelwerk oder auch an eine Pusteblume. Wie auf einem Pusteblumenfeld die Samen, fliegen die Seiten vorbei, verliert man auf den fein verzweigten Wurzelwegen schon mal den Überblick bzw. das, was man eigentlich zu suchen vorhatte und kommt, wie ich hier gerade, vom Hundertsten ins Tausendste. Da sich nicht jeder Fund für einen eigenen Beitrag eignet oder dieser aber so lange aufgeschoben wird, bis er schließlich unter den Tisch fällt, möchte ich in Zukunft in unregelmäßigen Abständen hier auf dem Blog daraus Seitengeschnetzeltes braten oder – für die Vegetarier – Seitenschnipselsalat servieren, abgelegt unter der bereits vorhandenen Kategorie Tipps. Die Zutaten sollen vorwiegend literarisch angehaucht sein, können aber hie und da mit fremden Ingredienzien garniert werden. Bon Appétit!

Anfang Dezember bin ich über die Facebookseite von Olja Savičević Ivančević auf die Literaturzeitschrift „Sarajevske Sveske“ (zu dt.: Hefte aus Sarajevo) aufmerksam geworden, die vor nicht langer Zeit ihr 10jähriges Jubiläum feierte. Die Zeitschrift wurde von einer Gruppe Intellektueller aus allen Ländern des ehemaligen Jugoslawien ins Leben gerufen und beleuchtet seither aus verschiedenen Blickwinkeln viele Themen, u.a. Entwicklungen in der zeitgenössischen Literatur und Sprache der Region, Schriftsteller und nationalistische Ideologien, Literatur über den Krieg, nicht-europäisches Europa u.v.m. Zum Jubiläum erschien eine 208seitige Sonderausgabe „Best of Sarajevo Notebooks II“ übersetzt in englischer Sprache, in der es u.a. viele zeitgenössische Kurzgeschichten, darunter eine von Olja Savičević Ivančević, zu entdecken gibt. Die Ausgabe kann man sich als PDF kostenfrei herunterladen.

WORDS without Borders ist ein englischsprachiges Online-Magazin für internationale Literatur, das sich „der besten zeitgenössischen Literatur“ widmet. Jeden Monat werden 8-10 neue Werke internationaler Schriftsteller vorgestellt. Neben dem Magazin gibt es verschiedene Anthologien in gedruckter Form zu kaufen. Diesen Monat habe ich mich über die Rezension zu Dubravka Ugrešićs neuen Essayband „Karaoke Culture“ (dt. Titel: Karaokekultur) gefreut, der Ende Februar auf Deutsch im Berlin Verlag erscheint.

Im Guardian sind anlässlich des am 30. Dezember letzten Jahres verstorbenen britischen Zeichners und Karikaturisten Ronald Searle mehrere Artikel erschienen. Darunter sind 10 Zeichnungen aus seinem jüngsten Buch „Les Très Riches Heures De Mrs Mole“ zu bewundern. Searle hatte die Zeichnungen, insgesamt 47, über einen Zeitraum von fünf Jahren gemalt, als seine Frau den Brustkrebs bekämpfte. Ihr wurden damals, das war im Jahr 1969, 6 Monate gegeben. “Das war 40 Jahre her“ kann man unter einem der Bilder lesen. Sie hatte den Krebs besiegt. Die Bilder sind wunderschön und ein ganz besonderes Geschenk an einen geliebten Menschen. Bei ihrem Anblick fällt es mir nicht schwer zu glauben, dass sie Kraft spendeten und ihren Teil zur Genesung beitrugen. Ein Nachruf (darunter Links zu weiteren Artikeln über Searle) ist gestern im Guardian erschienen.

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