Urlaub

„(…) Man bleibt stehen und blickt mit einem tiefen Atemzug um sich. Man schaut sich um in der Zeit, die man jetzt hat, wie in einer Wohnung, in der man wohnen wird. Wieder zu Hause. Bei sich selbst. Man schaut sich um, mit gerührtem Ernst und räumt und ordnet und richte sich ein. Und das längst verlassene Heim duftet nach Jugend. Und nach Tagebuch. (…)

(…) Viel Arbeit und keine Zeit haben ist ein Vorwand der Erwachsenen zu ihrer Frivolität. Man verschlampt sein Innenleben, man vernachlässigt und vertuscht seine seelischen Konflikte, macht sein Gewissen mundtot mit dem Vorwand, daß man so viel Sachliches zu tun habe – auswärts. Man arbeitet aus Angst vor seiner Seele.
So ein Urlaub ist unerbittlich. Man wird mit sich selber konfrontiert. Zeit haben bedeutet verantwortlich sein. Verantwortlich für seine Seele. Der Urlaub beginnt, die Arbeit fängt an. Die Arbeit nach innen.
Und etwas steigt auf, wie das liebe Gesicht eines alten treuen Freundes, der das ganze Jahr da war, doch man hat ihn nicht beachtet, gar nicht bemerkt. Es ist das Gesicht des Tages, in dem man lebt. (…)“

(aus: Béla Balázs: Ein Baedeker der Seele)

Mit den Worten eines Lieblingsschriftstellers (der eher als Filmtheoretiker bekannt ist) verabschiede ich mich bis Mitte April in den Urlaub. Die Beiträge für „Werde Entdecker“ und aufgeschobene Artikel zu Büchern will ich nachreichen. Ob ich in den nächsten Tagen viel zum Lesen komme wird sich zeigen und hängt unter anderem auch vom Wetter ab. Ins Internet werde ich, wenn überhaupt, nur sporadisch kommen. Bis bald!

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2 Antworten zu Urlaub

  1. Friederike schreibt:

    Dann wünsche ich dir ein paar erholsame Tage. Vom Internet frei nehmen, das erlaube ich mir schon lange nicht mehr.

    Zum Lesen finde ich eigentlich fast jedes Wetter ideal: Bei Regen ist es so herrlich gemütlich, wenn man liest und dabei ein Fenster leicht geöffnet haben und dem Regen lauschen kann. Bei Sonnenschein liebe ich es auch, an einem schattigen Ort zu sitzen, zu lesen und dabei die positive Atmosphäre zu genießen, die der Sonnenscheint bereitstellt.

    • wortlandschaften schreibt:

      Vielen Dank nachträglich!
      Ich habe mir tatsächlich fast durchgehend vom Internet frei genommen und war nur kurz im Netz um einzuchecken und Buchungen durchzuführen. Es fiel mir ehrlich gesagt aber auch nicht schwer.

      Zum Lesen bin ich nicht so oft gekommen, da ich sehr viel unterwegs war. Am Abend war ich einige Male im Kino. Ganz ohne Buch ging es aber auch nicht.
      Ich mag es auch sehr gerne im Schatten zu lesen, wenn die Sonne zu stark ist. Das Wetter war bis Dienstag super, so dass ich von früh bis spät an der Luft war. Schade, dass die Zeit wieder so schnell verflogen ist.

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